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Human Resources

6

 min Lesezeit

Veröffentlicht am 

30 Jan 2026

Was das Sondierungspapier für die Hospitality-Branche bedeutet

Philipp Streich

Business Development Manager

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Die Sondierungsgespräche zwischen CDU und SPD haben bereits erste Ergebnisse geliefert, die direkte Auswirkungen auf die Hospitality-Branche haben werden. Besonders drei Themen sind für Gastronomie und Hotellerie entscheidend: Die Mehrwertsteuer geht von 19% zurück auf 7%, der Mindestlohn steigt auf 15€ ab 2026, und die Arbeitszeitgrenzen werden flexibler, steuerfreie Überstundenzuschläge kommen. Diese Veränderungen bedeuten sowohl Chancen als auch Herausforderungen.

Mehrwertsteuersenkung auf 7 % – Stabilität für die Branche

Die Wiedereinführung der reduzierten Mehrwertsteuer ist eine wesentliche Entlastung für Gastronomie und Hotellerie. In den vergangenen Jahren haben gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise bereits große Löcher in die Kalkulation gerissen.

Durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19% für den Speisenverzehr vor Ort waren Preiserhöhungen unausweichlich – was sich häufig direkt auf die Gästezahlen auswirkte. Die Rückführung auf die 7% für den Speisenverzehr vor Ort geben der Branche nun etwas Luft, um wirtschaftlich stabil zu bleiben und den Gästen weiterhin ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten.

Mindestlohn steigt auf 15 € – Warum jede Stunde zählt

Der geplante Anstieg des Mindestlohns auf 15 € ab 2026 stellt Betriebe vor eine klare Herausforderung: Jede Arbeitsstunde wird teurer.

Schon heute sind Personalkosten einer der größten Kostenfaktoren in Gastronomie und Hotellerie. Ein Plus von mehreren Euro pro Stunde bedeutet, dass sich falsche Personalentscheidungen noch drastischer auf die Rentabilität auswirken.

Auswirkungen auf das Monatsgehalt einer Vollzeitkraft

Eine Vollzeitkraft in der Gastronomie arbeitet ca. 173 Stunden im Monat (40 × 4,33 Wochen).

Aktueller Lohn: 12,82€ × 173 = 2.218,86€
Neuer Lohn bei 15€: 15,00€ × 173 = 2.595,00€
Monatliche Erhöhung: 376,14€ (ca. 16,96%)

Bei 100 Angestellten wäre das bereits eine Erhöhung von 37.800 Euro im Monat. Auf das Jahr gesehen fast eine halbe Million Euro mehr Personalkosten (453.600€).

Was das für Betriebe bedeutet:

  • Jede Schicht muss exakt geplant werden – Leerlaufzeiten kosten bares Geld
  • Arbeitsstunden müssen strategisch vergeben werden
  • Mitarbeitereinsatz muss Nachfrage-gerecht sein

Wochenarbeitszeitgrenzen & steuerfreie Überstundenzuschläge

Die Umstellung von Tages- auf Wochenarbeitszeitgrenzen gibt sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern mehr Flexibilität. Gleichzeitig wird es durch die neuen steuerfreien Überstundenzuschläge besonders wichtig, dass Schichten fair und transparent vergeben werden.

Das wirft neue Fragen auf:

  • Wie können Überstunden sinnvoll und gerecht verteilt werden?
  • Wer entscheidet, welcher Mitarbeiter steuerfreie Zuschläge erhält?
  • Wie lässt sich sicherstellen, dass niemand benachteiligt wird?

Hier braucht es eine durchdachte Dienstplanung.

Warum effiziente Planung jetzt entscheidend ist

Die kommenden Änderungen machen deutlich: Die Spielräume für Fehler in der Personalplanung werden kleiner. Je höher die Löhne, desto mehr zählt jede einzelne Stunde. Wer seinen Betrieb wirtschaftlich stabil halten will, muss strategischer planen als je zuvor.

Wie es dann im Koalitionsvertrag genau formuliert wird, bleibt abzuwarten. Wir informieren hier auch zukünftig, welche Auswirkungen es auf die Branche hat. Digitale Lösungen können dabei unterstützen, Arbeitszeiten bedarfsgerecht und fair zu gestalten. Tools wie Nesto helfen dabei, Schichten automatisch nach Nachfrage, Verfügbarkeit und Kostenfaktoren zu optimieren.

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Philipp Streich

Business Development Manager

Philipp Streich kennt die Hospitality-Branche. Sein Fokus: die Lücke zwischen strategischen Zielen und operativer Realität schließen. Er schreibt über Branchentrends, Marktentwicklungen und operative Herausforderungen in Systemgastronomie, QSR und Hospitality.

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